Wissenswertes über Taiko

Taiko ist einerseits die japanische Bezeichnung für „Trommel“, andererseits die Bezeichnung für die Art, diese Trommeln zu spielen.

Die Ursprünge der Taiko sind nicht ganz eindeutig nachzuvollziehen. Man vermutet aber, dass diese Art der Trommeln über China und Korea nach Japan gelangt sind. Dort sind sie seit ca. 1400 Jahren beheimatet und werden in unterschiedlichen Variationen hergestellt.

Taikos sind im Laufe der Geschichte in vielen Zusammenhängen eingesetzt worden. Sie dienten bei Shinto-Ritualen zum Beschwören von Göttern. In Buddhistischen Klöstern wurden sie zur Ankündigung des Gebets geschlagen. Im Krieg benutzte man sie zum Einstimmen auf den Kampf und zur Einschüchterung der Gegner. Sowohl im Hoforchester als auch in unterschiedlichen Theaterformen, wie dem  Noh-Theater oder Kabuki, wurden sie zur musikalischen Untermalung eingesetzt. Daneben sind Taikos auch von einfachen Bauern und Fischern bei Festen gespielt worden. Da Taikos in unterschiedlichen Zusammenhängen eingesetzt wurden, entstanden dadurch verschiedene Taiko-Arten, die sich in Form, Größe und Bauweise voneinander unterscheiden.

In den 50-er Jahren des letzten Jahrhunderts entstand die Idee, die unterschiedlichen Taiko-Bauweisen in einem Ensemble zusammenzufügen. Unter Beibehaltung der traditionellen Spielweise entstand die heutige Art von Taiko als moderne Bühnenperformance. Sie wurde „Kumi-Daiko“ (wörtlich: Taikoguppe) genannt. Zum Einsatz dabei kommen hoch klingende Shime Daikos, fassförmige tief klingende Miya Daikos und Hira Daikos, zylindrisch geformte, leichte Okedo Daikos und fächerförmige Uchiwa Daikos. Teilweise werden sie begleitet durch Bambusquerflöten, Shamisen, Kotos oder diverse Kleinpercussion-Instrumente. Die SpielerInnen stehen dabei im tiefen Ausfallschritt vor den Trommeln und zelebrieren mit weit ausholenden, kraftvollen Bewegungen ihre Schläge. Im Zusammenspiel der einzelnen Instrumente entstehen komplexe Rhythmen und Bewegungsabläufe, die zu einer einzigartigen Choreographie zusammengefügt werden. Auf die Art und Weise wird Taiko sowohl zu einem optischen als auch akustischen Erlebnis. Die Stücke, die gespielt werden, sind zum Teil alte traditionelle Volksstücke und zum Teil neu komponierte Stücke.

In den 80-er Jahren des letzten Jahrhunderts begann die Gruppe Ondekoza auch außerhalb Japans aufzutreten und wurde dadurch weltweit bekannt. Aus ihr entstand Ende der 80-er Jahre die Gruppe Kodo, die bis heute existiert und jährlich in aller Welt auf Tournee geht. Daneben haben besonders die Gruppen Yamato, Gocoo und Tao weltweiten Ruhm erlangt. Zum Training japanischer Taiko-Ensembles gehören einerseits die Entwicklung rhythmischer und musikalischer Fähigkeiten, andererseits wird auch sehr viel Wert gelegt auf körperliche Fitness, um den Anforderungen an Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit beim Taiko Spielen gerecht zu werden. Sowohl bei den Profis, als auch bei Hobbygruppen gehören Dauerläufe, Stretching und Kräftigungsgymnastik zum regelmäßigen Übungsprogramm dazu.

Durch das Auftreten der genannten Taiko Gruppen ist das Interesse für diese Art, Trommeln zu spielen, in aller Welt geweckt worden. Daher wird Taiko mittlerweile in vielen Ländern außerhalb Japans gespielt. Auch in Deutschland wird das Taiko Spielen immer beliebter. Schätzungsweise existieren hierzulande zurzeit ca. 20-25 Gruppen, die sich zum Teil untereinander verständigen und austauschen.

Quellen:

Internetauftritt Taiko-Center Kyoto,

Wikipedia

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